Senkungsoperation (Prolaps) – Behandlung ohne Netzimplantat

Senkungsbeschwerden (Beckenorganprolaps) betreffen viele Frauen, besonders nach Geburten oder mit zunehmendem Alter. Nicht jede Senkung muss operiert werden. Ziel jeder Behandlung ist eine Verbesserung der Lebensqualität, nicht die „perfekte anatomische Korrektur“.

Konservative Therapie vor Operation

Oft helfen bereits:

  • individuell angepasste Pessare
  • gezieltes Beckenbodentraining
  • Anpassung körperlicher Belastung

Eine Operation ist aber immer dann sinnvoll, wenn Beschwerden trotz Behandlung bestehen bleiben oder konservative Maßnahmen nicht gewünscht sind.

Operation mit körpereigenem Gewebe (Native-Tissue-Repair)

Ich bevorzuge operative Verfahren ohne dauerhafte Implantate:

  • Stabilisierung mit körpereigenem Gewebe
  • Verwendung resorbierbarer Nähte
  • anatomisch und funktionell schonende Techniken

Diese Strategie reduziert das Risiko implantatbedingter Spätkomplikationen.

Wann sind Netzimplantate sinnvoll?

Netzimplantate können in bestimmten Situationen Vorteile haben:

  • bei erneuter Senkung nach Voroperation
  • bei ausgeprägten Befunden mit ungünstiger Gewebesituation
  • meist im Rahmen laparoskopischer oder abdominaler Verfahren

Bei jungen Patientinnen ist besondere Zurückhaltung angezeigt.

Erfolgsaussichten

Langzeitdaten zeigen:

  • deutliche Beschwerdebesserung bei etwa 80–90 %
  • im Verlauf kann es bei 20–30 % wieder zu einer gewissen Senkung kommen
  • eine erneute Operation wird bei etwa 5–15 % notwendig

Wichtig:
Eine erneute leichte Senkung bedeutet nicht automatisch, dass wieder Beschwerden auftreten oder eine weitere Behandlung nötig ist.

Mögliche Risiken

Zu den möglichen Komplikationen zählen:

  • Blutung oder Infektion
  • Funktionsstörungen von Blase oder Darm
  • Schmerzen (selten chronisch)
  • erneute Senkung

Netzimplantate können zusätzlich langfristige Probleme verursachen.

Individuelle Entscheidung

Die Wahl der Behandlung erfolgt immer individuell.
Wichtig sind:

  • Beschwerden
  • Lebenssituation
  • Alter
  • Voroperationen
  • persönliche Präferenzen

Ziel ist immer eine nachhaltige Verbesserung von Funktion und Lebensqualität.

Im Operationssaal